Darauf war ich nicht vorbereitet, doch es ist tatsächlich passiert.
Für einen Auftritt in naher Zukunft soll ich etwas Geld bekommen. Ich brauch meinem großartigen Veranstalter nur eine Rechnung mit meiner Umsatzsteuerident-Nummer schreiben und nach dem Auftritt fliesst Cash…
Ich habe gar keine Umsatzsteuerident-Nummer.
Michael Batisch war bis hier ein teures Hobby. Die Streaming-Einnahmen im Wert eines halben Döners liegen noch beim Vertrieb. Auch die GEMA-Einnahmen von Offenen Bühnen und Song Slams reichen nicht ganz um den Jahresbeitrag zu bezahlen. Wer rechnet denn da mit Einnahmen? Ich hatte zwar meinen Arbeitgeber schon vor Jahren die Genehmigung einer Nebenbeschäftigung als Liedermacher abgerungen aber keine Umsätze generiert, die steuerliche Behandlung verdient hätten. Aber nun wird es amtlich.
Wenn Herr Batisch mal irgendwann kostendeckend arbeiten will, sind Einnahmen eine schöne Sache, also order ich halt eine Umsatzsteuerident-Nummer.
Das ist etwas, das Unternehmen bekommen. Bin ich als Künstler Unternehmer? Jup, aller Voraussicht nach bin ich dann im Nebenerwerb Freiberufler und umsatzsteuerbefreit bei einem Jahresumsatz unter 25 TEUR. Da reicht dann offenbar der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus. Darin versteckt ist nämlich auch die Frage ob ich eine Umsatzsteuerident-Nummer brauche und damit wird man dann von Amts wegen als Unternehmer und/oder „Liebhaber“ eingestuft… „Liebhaberei“ ist es nämlich, wenn man was Berufsähnliches gern macht und die Einkünfte daraus steuerlich nicht relevant sind.
Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung habe ich jetzt abgeschickt und das ist dann so der Moment, wo das Hobby tatsächlich zu einem Nebenerwerb wird.
Ich bin ein bißchen aufgeregt.